Das Jahr im Weinberg

Wein macht Arbeit − in Berg und Keller

Wein steht wie kaum ein anderes Produkt für Muße, Geselligkeit und Genuss − wenn er erst einmal im Glas schillert. Bis eine Flasche Wein zum Konsumenten gelangt, sind freilich eine Menge Arbeitsgänge nötig. Und zwar mit Hand und Kopf.

Das Jahr im Weinberg

Seit Jahrtausenden wird der Weinbauer in Kunst, Literatur, Religion oder Philosophie oft als Metapher für Fleiß und das menschliche Streben nach Kultivierung gebraucht. Aus gutem Grund. Fallen doch in einem Weinberg das ganze Jahr hindurch unterschiedliche Arbeiten an: Reberziehung, Rebschnitt, Bodenpflege, Laubarbeiten, Ausdünnung und möglichst selektive Traubenlese. Ein Winzer geht im Jahr 7 x um jeden Rebstock. Erst mit dieser Sorgfalt kann wirklich Qualität im Weinberg entstehen.

Vom Winter ...

Bereits im Januar oder spätestens Februar wird mit dem Rebschnitt altes Holz entfernt. Dies beeinflusst den Ertrag und damit auch die spätere Weinqualität ganz entscheidend, denn Anzahl und Länge der Fruchtruten mit ihren Trieben spielen dabei eine wichtige Rolle. Qualitätsbewusste Winzer reduzieren in der Regel den Rebstock auf zwei kürzere oder eine längere Rute. Abgeschnittene Rebtriebe werden meist zerkleinert in den Boden eingearbeitet und sorgen so für eine natürliche Humusanreicherung des Bodens. Der Rebschnitt bleibt bis heute eine aufwendige und intensive Handarbeit. Große Betriebe benötigen dafür viele Wochen.

... ins Frühjahr

Im Frühling herrscht im Weinberg Hochsaison. Vor dem Austrieb wird der Rebstock durch Biegen und Binden in seiner Form stabilisiert, um eine gleichmäßige Versorgung der Triebe mit Nährstoffen zu gewährleisten. Eine mechanische Bodenlockerung regt dazu das natürliche Bodenleben an.
Die Einsaat von Begrünung oder selbst wachsende Pflanzen unterstützen die natürliche Aktivität des Bodens. Darüber hinaus werden nun zusätzlich Nährstoffe eingebracht. Entweder in organischer Form (z. B. Stallmist, Stroh oder Kompost) oder als Mineralien (Magnesium, Kalk oder Phosphat).

Durch den Sommer ...

Im Juni blühen die Reben. Danach blüht dem Winzer wieder eine intensive Arbeitsphase. Durch Ausbrechen oder Ausgeizen unerwünschter Triebe wird der Wuchs gefördert. Geschulte Hände schneiden Fruchtansätze weg, um den Ertrag zu mindern und bei der Lese im Herbst besonders gute Qualitäten zu ernten.
In der Phase zwischen Juni und August wächst auch eine starke Laubwand im Weinberg heran, die durch Heften der Rebtriebe in Form gehalten wird. Eine gesunde, sprich grüne Laubwand, ist für die Assimilation in den Blättern sehr wichtig.
Allerdings: trotzdem müssen durch Laubschnitt einzelne Blätter entfernt werden, um die Lichteinwirkung auf die Trauben und die Durchlüftung zu verbessern.

Auch Juli und August bieten Chancen, den Ertrag und die Güte der Trauben positiv zu beeinflussen. Durch das Entfernen einiger der schon erbsengroßen Beeren wird alle Kraft im Rebstock auf die verbleibenden Beeren gelenkt. Ab Mitte August reifen die Trauben dann deutlich heran. Der Zuckertransport aus den Blättern in die Beeren nimmt rasch zu, gleichzeitig verringert sich der Anteil der Säure.

... zur Lese

Je nach Witterung während des Sommers beginnt Mitte bis Ende September die Weinlese. Auch jetzt ist das Wetter noch ein wichtiger Faktor: Regenfälle kurz vor oder während der Lese wären nicht günstig, da die Trauben dann vermehrt Wasser aufsaugen und die eingelagerten Extrakte beim Pressen verwässern.
Den günstigsten Zeitpunkt für den Lesebeginn bestimmen Winzer mit dem Refraktometer − einem optischen Instrument, das den Reifezustand der Trauben misst. Die Winzer legen zwar in eigener Verantwortung den Beginn der Lese fest, nach wie vor ist aber das »Herbstbuch« zu führen. In ihm wird während der Ernte die komplette Lese unter Angabe von Erntemenge, Herkunft, Leseart und Mostgewicht eingetragen.
Gesetzlich festgelegt ist auch die Abgabe einer Gesamterntemeldung. Damit kann in allen deutschen Anbaugebieten kontrolliert werden, ob die zulässige Erzeugungsmenge eingehalten wurde. Denn die Produktion unterliegt gesetzlich festgelegten Höchstgrenzen. Diese Limitierung des Hektarertrages garantiert eine hohe und gleich bleibende Qualität. Sachsen bleibt übrigens weit unter den festgelegten Grenzen. Wie gesagt: wir stehen für Klasse statt Masse.

Kontakt

Sächsisches Staatsweingut GmbH
Wackerbarthstraße 1
01445 Radebeul
Tel. 03 51.89 55-0
Fax 03 51.89 55-150
 
Overlay Schließen

Wir verwandeln Zeit in Genuss!

Ausgesuchte Geschenkideen
Genießen Sie unsere eleganten "Cool Climate" Weine
Verwandeln Sie Zeit in Genuss.
Unser Wackerbarths Weiß & Heiß - kreiert nach dem ältesten bekannten Glühweinrezept Deutschlands
Wo aus Trauben Träume werden
Weihnachten im Reich der Sinne