Belvedere von Schloss Wackerbarth

Unsere Weinberge

Sachsen ist das nordöstlichste Weinbaugebiet Deutschlands. Hier im Elbtal, am 51. Breitengrad gelegen, reifen die Trauben - gefördert durch einen naturnahen und nachhaltigen Weinbau - unter einzigartigen klimatischen Bedingungen: Sie werden begünstigt durch die Einflüsse des Kontinentalklimas, die großen Temperaturunterschiede zwischen warmen Tagen und kühlen Nächten sowie durch eine lange Reifezeit. So behalten die sächsischen Trauben bis spät in die Reife ihre ausgeprägten Aromen und ihre natürliche Frische. Eine mehrfache, selektive Lese sorgt anschließend dafür, dass sie zum besten Zeitpunkt unsere Manufaktur erreichen.

Die Qualität unserer Weine beginnt im Weinberg und wird im Keller vollendet: Nur schonend gepresst, dürfen sie hier in Ruhe reifen und werden anschließend zum optimalen Zeitpunkt behutsam abgefüllt. So keltern wir aus unseren sächsischen Trauben elegante „Cool Climate“-Weine, die mit ihrer aromatischen Eleganz, Komplexität und Finesse begeistern.

Unsere Spitzenlagen

Goldener Wagen - Strukturierte Lagenweine voller Kraft und Potenzial

Im Herzen des Denkmalschutzgebietes „Historische Weinberglandschaft Radebeul“ liegt die Premiumlage Sachsens: der „Goldene Wagen“. Erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt, ist der Weinberg seit Anfang des 18. Jahrhunderts unter seinem heutigen Namen bekannt. Mit seinen bis zu 400 Jahre alten, denkmalgeschützten Terrassenmauern zählt er zu den eindrucksvollsten Weinbergen Sachsens.

Schon August der Starke erkannte sein besonderes Potenzial und erhob ihn zur königlichen Weinbergslage. Ein eindrucksvolles Zeugnis dieser Zeit ist ein Rebstock der Sorte „Früher Leipziger“, der mit über 300 Jahren zu den ältesten Rebstöcken der Welt zählt. Heute umfasst der „Goldene Wagen“ eine Gesamtfläche von rund elf Hektar, von denen Schloss Wackerbarth etwa 4,7 Hektar bewirtschaftet. Diese Rebflächen erstrecken sich beginnend am Bismarckturm in westlicher Richtung zwischen 170 und 240 Höhenmetern. 

Ihren besonderen Charakter erhalten unsere Spitzenweine vom „Goldenen Wagen“ durch die klimatischen Vorzüge des Elbtals und den im Weinberg vorherrschenden Gesteinsverwitterungsboden aus Syenit. Dieser begünstigt die Ausbildung tiefer, kräftiger Wurzeln und verleiht den Weinen Vielschichtigkeit und Mineralität. Die denkmalgeschützten Terrassenmauern wiederum speichern die Wärme und geben diese kontinuierlich an die Rebstöcke ab.

Das kunstvolle Etikett unserer Lagenweine vom "Goldenen Wagen" zeigt das bekannte Tor dieses Weinbergs.

Wackerbarthberg - Filigrane Lagenweine mit kühler Frucht

Inmitten der malerischen Radebeuler Weinberge ließ August Christoph Graf von Wackerbarth zwischen 1727 und 1730 durch den Baumeister Johann Christoph Knöffel seinen Alterssitz Wackerbarths Ruh' mit Herrenhaus, weitläufiger Gartenanlage und einem „Lustschlösschen“ - dem Belvedere - errichten.

Wie gemalt fügt sich das einzigartige Ensemble in die steilen Weinberge dieser geschichtsträchtigen Lage zu einem Gesamtkunstwerk der sächsischen Weinkulturlandschaft. Vom Jacobstein, dem weithin sichtbaren Wahrzeichen Radebeuls, bietet sich dem Betrachter ein einmaliger Blick auf das einzigartige Ensemble zu seinen Füßen und in das malerische Elbtal.

Oberhalb von Europas erstem Erlebnisweingut, zwischen 115 und 190 Höhenmetern, erstreckt sich hier eine der besten Weinlagen Sachsens. Auf rund sechs Hektar reifen die weißen Rebsorten Riesling, Traminer und Scheurebe. Seit rund 40 Jahren graben sich die Reben durch den Verwitterungsboden aus Porphyr und Syenit. Dieser vulkanische Boden fördert die faszinierende Vielschichtigkeit und Mineralität der hier reifenden Weine.

Die oberen Steillagen unseres Hausweinbergs weisen eine durchschnittliche Hangneigung von 30 Prozent auf. Die unteren Rebflächen sind geprägt von den für das Weinbaugebiet Sachsen typischen Weinbergsterrassen mit ihren denkmalgeschützten Trockenmauern.

Die Etiketten unserer Lagenweine vom "Wackerbarthberg" verziert eine Abbildung des Jacobsteins.

Paradies - Restsüße Lagenweine voller Eleganz und Charme

Wie schmeckt ein Wein aus dem Paradies? Diese weinphilosophische Frage ist leicht zu beantworten: Denn der Weinberg „Paradies“ liegt in Radebeul. So heißt dieses besondere Fleckchen Erde zwischen „Wackerbarthberg“ und „Goldenem Wagen“ seit jeher im Volksmund.

Der Ursprung des Namens geht vermutlich auf das historische Berggasthaus „Paradies“ zurück, das hier Mitte des 19. Jahrhunderts auf dem höchsten Punkt errichtet wurde und als beliebter Ausflugsort des sächsischen Königs Friedrich August II. galt. Zu Recht, denn der Weinberg bietet einen einmaligen Rundblick über Dresden und das Elbtal.

Schloss Wackerbarth bewirtschaftet auf dem sonnenverwöhnten Südhang mit seinen Steillagen und Terrassen in mehreren kleinen und großen Parzellen eine Rebfläche von insgesamt 4,5 Hektar. Diese liegt zwischen 160 und 210 Höhenmetern und weist eine Hangneigung von bis zu 60 Grad auf. Damit zählt das „Paradies“ zu den steilsten Lagen unseres Weinguts.

Die mehr als 25 Jahre alten Riesling- und Traminer-Rebstöcke wachsen auf vulkanischem Verwitterungsgestein aus Syenit. Die feine Mineralität unserer Weine verdanken wir diesem besonderen Weinbergsboden. Das spezielle Mikroklima im „Paradies“ begünstigt Spitzenweine mit einem einzigartigen Aromenspiel - voller Charme, aromatischer Eleganz und Frische.

Die Lagenweine aus dem "Paradies" verfeinert ein kunstvolles Motiv des Chemnitzer Künstlers Gregor-Torsten Kozik.

Thonberg - Fruchtbetonte Lagenweine mit Komplexität und Tiefe

Der „Thonberg“ in Laubach bei Großenhain ist ein traditionsreicher Weinberg, der heute - nach über 100 Jahren - wieder seinen historischen Namen trägt. Dieser bezieht sich sehr wahrscheinlich auf die reichen Tonvorkommen in der Region: In den Gebieten um Kmehlen und Okrilla gab es roten Ton; in Jessen wird bis heute weißer Ton/Kaolin gefördert. Vermutlich wurde früher auch auf dem „Thonberg“ nach diesem Baumaterial gegraben.

Der Name „Thonberg“ verschwand Anfang des 20. Jahrhunderts, vermutlich infolge der Reblauskatastrophe. Bis in die 1880er Jahre war Laubach ein beschauliches Weindorf; Rebzeilen und Weinstöcke prägten die Umgebung des kleinen Ortes. Doch die Reblaus brachte den Weinbau im Elbtal fast zum Erliegen. Für mehr als ein Jahrhundert wich der Wein in Laubach dem Obstbau.

Erst 2011/2012 pflanzten dieWinzer von Schloss Wackerbarth wieder neue Reben auf dem „Thonberg“. Auf einer Gesamtfläche von 6,7 Hektar wachsen seitdem rund 30.000 Rebstöcke der Sorten Riesling, Spätburgunder, Weißburgunder und Blaufränkisch. Sie finden hier beste Voraussetzungen für Spitzenweine. 

Der Lößlehmboden gibt den Reben hier „warme Füße“, wie die Winzer sagen. Er kann Wärme und Niederschläge lange speichern und an die Wurzeln abgeben. Auch heute noch prägt der hohe Ton-Anteil diesen Weinbergsboden. Durch die exponierte, offene Lage zirkuliert die Luft auf dem sonnenverwöhnten Südhang beständig zwischen den Zeilen. Der Wind trocknet und kühlt die Trauben. Dieses außergewöhnliche Mikroklima verleiht den Weinen ihr besonderes Aromenspiel.

Zahlen, Daten & Fakten

Rebfläche, Ertrag & Produktion

  • Geografische Lage: Nördlich des 51. Breitengrades, Südhänge des Elbtals
     
  • Rebfläche: ca. 90 Hektar
  • Lagen: "Goldener Wagen", "Wackerbarthberg", "Paradies" – Premium-Steillagen in Radebeul; "Seußlitzer Heinrichsburg", "Thonberg" – Hanglage bei Laubach/Diesbar-Seußlitz
     
  • Rebsorten: 17 Rebsorten, davon ca. 82,5 % Weißwein; 17,5 % Rotwein; darunter Riesling, Müller-Thurgau, Bacchus, Traminer, Burgundersorten, Blaufränkisch oder Goldriesling
  • Ertrag: ca. 45 Hektoliter / Hektar, in den Steillagen deutlich weniger
     
  • Produktion: 600.000 Flaschen: 350.000 Wein, 250.000 klassischer Flaschengärsekt

Unsere Lagenklassifizierung